25.11.2014

Grüne sehen weitere Neubaugebiete kritisch

Ich will kurz begründen, warum die Fraktion der Grünen dem Beschlussantrag der Verwaltung bei der Gemeinderatssitzung am 25. November 2014 nicht folgen kann.

Tagesordnungspunkt 2:
Vergabe erster Leistungen zur Baulandentwicklung für die drei Baugebiete „Häugern-Nord“ in Weil der Stadt „Südlich der Schwarzwaldstraße“ und „Zeil“ in Merklingen an die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH Stuttgart zum Gesamtpreis von 128.669,94 € (brutto) zu vergeben.

Zunächst ein Paar Zahlen:

2006 wurden in der „Stadtentwicklungsplanung 2020“  19.900 Einwohner im Jahr 2015 prognostiziert.

Aktuelle Zahlen vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, Stand 31. 12 .2012
(Entwicklung Bevölkerung 2012 bis 2030 für Weil der Stadt / Renningen):

aktuell                 18.300 (2013)                    17.000 (2013)

Höchststand      18.500 (2018)                    17.370 (2019)

                              18.200 (2030)                    17.100 (2030)

Wir haben heute etwa 1.500 Einwohner weiniger als 2006 prognostiziert.

Wenn also unsere Bevölkerung auch zukünftig kaum mehr wächst, wir aber weitere neue Wohngebiete ausweisen, werden zwangsläufig die Pro-Kopf-Ausgaben für Pflege und Instandhaltung steigen, was in der Regel auf Steuererhöhungen hinausläuft.

Unter dem nächsten Tagesordnungspunkt 3 gleich im Anschluss sind solche Maßnahmen aufgeführt:
Instandsetzungsprogramm 2015
  (Strassen, Abwasser, Wasser)  Kosten: 1,9 Mill. EURO

Dieser jährlich auftretende Haushaltposten wird mit weiteren Neubaugebieten zwangsweise weiter steigen.

Ich will aber noch kurz aus der "Stadtentwicklungsplanung 2020" Seite 15 zitieren, weil da auch Alternativen aufgezeigt werden:

Neben der Ausweisung und Erschließung neuer Bauflächen wird bei der Stadtentwicklungsplanung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Innenentwicklung eine besondere Bedeutung zukommen.

Die Innenentwicklung bildet einen wichtigen Bestandteil im Rahmen der Umsetzung des flächensparenden Planens und Bauens und trägt somit zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und der Stabilisierung der Wohnfunktion in den Ortslagen bei.

(Download "Stadtentwicklungsplanung 2020" auf der Internetseite der Stadt)

Für uns steht die Innenentwicklung an 1. Stelle!

Viele unserer Dorfzentren dünnen aus: Im 2-Familienhaus wohnt noch eine Person, Gewerbe zieht weg.

Da steckt viel Entwicklungspotential drin –

und viele unserer Nachbargemeinden gehen hier Beispielhaft voran.

Wir stehen für den Erhalt wertvoller Ackerböden und unserer herrlichen Landschaft,
einer weiteren Zersiedelung wollen wir nicht zustimmen.

Alfred Kappler



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