16.10.2012

Keine Chance gegen die Discounter

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans Metzelwiesen – dem heutigen Standort des Penny-Marktes – wurde zuerst bewusst die Nutzung als Einzelhandelsfläche für den täglichen Bedarf ausgeschlossen. Ziel war, die bis dahin intakte Grundversorgung mit Lebensmitteln in der Merklingen Ortsmitte zu erhalten und nicht durch einen Discounter zu gefährden.
Erst mit einem späteren Antrag der Freien Wählervereinigung wurde der Bebauungsplan geändert und als neue Nutzung Einzelhandel zugelassen. Leider hat trotz vehementer Gegenrede der Grünen die Mehrheit im Gemeinderat diesem Antrag zugestimmt. Es wurde ganz bewusst in Kauf genommen, die Einzelhändler in der Merklinger Ortsmitte zu schwächen. Durch den hohen Anteil an Non-Food-Artikeln wie Bekleidung, Sportartikel, Schreibwaren, Elektrogeräten usw. sind alle Einzelhändler von einem Discounter betroffen. Schade, dass aus den Fehlern der Vergangenheit auch in Weil der Stadt nichts gelernt wurde. Da hilft es auch nicht, dass auf ähnliche Situationen in Nachbargemeinden verwiesen wird.
Es gibt im Übrigen auch Nachbargemeinden, siehe Malmsheim, wo sich viele Einzelhändler und als Lebensmittelmarkt ein Cap-Markt in der Ortsmitte halten können. Die Leidtragenden dieser Politik sind vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Dass durch den nach außen verlegten Markt zusätzlicher Verkehr kreiert wird, ist ebenfalls negativ anzumerken. Ich bedauere sehr, dass der Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte schließen wird und hoffe, dass die verbleibenden Einzelhändler nicht auch um ihre Existenz fürchten müssen.
Letztendlich ist es natürlich auch richtig, dass die Konsumenten entscheiden, wo sie einkaufen gehen und ob sie große Discounter-Ketten oder Einzelhändler unterstützen.
Ausschlaggebend war aber in diesem Fall die politische Entscheidung pro Discounter auf der grünen Wiese.

Dorothea Fischer, Weil der Stadt - Merklingen

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